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Apfelallergie?

Kein Grund auf Äpfel zu verzichten

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Was löst eine Apfelallergie aus und welche Allergene Sind dafür Verantwortlich?

Oft ist die Apfel-Allergie sortenabhängig. Alte Sorten werden im Gegensatz zu den neuen Apfelsorten (sog. Tafeläpfel) meist besser vertragen, da sie einen höheren Polyphenolgehalt aufweisen. Zudem enthalten die neuen Apfelsorten viele Eiweißstoffe, die den Betroffenen nicht bekommen. Zu den Hauptallergenen, die die Beschwerden nach dem Apfelverzehr auslösen, gehört das Eiweiß "Mal d1". Je länger ein Apfel lagert, desto höher ist dieser Allergengehalt. Daher sollten Betroffene frische Äpfel für Allergiker essen und sie nicht allzu lange zu Hause lagern. Ebenso scheinen rote Sorten besser vertragen zu werden, als die grünen Varianten. Die Äpfel sollten geschält werden. Denn die meisten der Eiweiße sitzen direkt unter der Schale.

Polyphenole

Es wird vermutet, dass das Polyphenol die allergieauslösenden Stoffe im Apfel unschädlich macht. Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind aromatische Verbindungen. Vor allem die alten Apfelsorten können einen hohen Gehalt dieses Stoffes aufweisen – als Äpfel für Allergiker also gut geeignet.

Polyphenol sorgt dafür, dass das Kernobst zwar aromatisch, aber weniger süß schmeckt. Äpfel mit einem hohen Gehalt des Stoffes haben meistens keine perfekte Form und das Fruchtfleisch verfärbt sich nach dem Anschneiden ziemlich schnell braun – alles Eigenschaften, die heutzutage vom Verbraucher nicht erwünscht sind und die Äpfel somit nach und nach aus den Supermärkten verschwinden lässt.

Durch Züchtung ist der Anteil von Polyphenolen in Apfelsorten stark reduziert worden, um süßere und optisch ansprechendere Sorten zu erzielen. Außerdem schützen die für Aroma und Säure zuständigen Polyphenole den Apfel vor Schimmelpilzen. Je saurer, desto besser wird der Apfel vertragen. Die alten Sorten sind zudem gesünder, sie enthalten mehr Vitamin C und mehr Pflanzenstoffe.

Welche Äpfel Allergiker essen können

Gut verträglich

Boskoop

Ontario

Finkenwerder Herbstprinz

Holsteiner Cox

Wellant

Roter Berlepsch

Santana

Goldparmäne

Gravensteiner

Schlecht verträglich

Golden Delicious

Granny Smith

Cox Orange

Braeburn

Elstar

Gala

Jonagold

Pink Lady

Roter Delicious

Eine vollständige Liste aller Sorten finden sie hier.

Was kann man tun um Äpfel genießbar zu machen?

Durch das Erhitzen der Äpfel werden die Allergie hervorrufenden Eiweiße zerstört. Deswegen könnte es Apfel-Allergikern bereits helfen, ihren Apfel z.B. für eine Minute bei 600 Watt in der Mikrowelle zu erhitzen. Auch auf Apfelkuchen und -kompott müssen Allergiker in der Regel nicht verzichten.

Alte Apfelsorten sind nicht nur aufgrund der Polyphenole verträglicher für Allergiker. In einer kleinen Beobachtungsstudie entdeckten die Forscher der Berliner Charité weitere Vorteile:

Der regelmäßige Verzehr alter Sorten kann Allergiker auch resistenter gegen Problemäpfel machen und Heuschnupfen-Symptome reduzieren - denn oft geht eine Apfel-Allergie mit Heuschnupfen einher

Wichtigster Hinweis der Arbeit: Wer regelmäßig allergenarme Äpfel isst, könnte dadurch eine Toleranz gegenüber den neuen Sorten aus dem Supermarkt entwickeln. "Mit dieser Beobachtungsstudie haben wir zeigen können, dass es durchaus sinnvoll ist, sich bei einer Apfelallergie die Mühe zu machen, alte Apfelsorten wie Alkmene, Eifeler Rambur, Goldparmäne Gravensteiner, Jonathan und Boskoop zu finden und zu kaufen, da ein regelmäßiger Verzehr nach unserer Studie in der Lage ist, die bestehende Apfelallergie nicht vollkommen zu beseitigen, wohl aber die Beschwerden beim Essen von Äpfeln deutlich zu reduzieren", erklärt der Leiter der Studie, Professor Karl-Christian Bergmann.

An der Untersuchung nahmen 63 Allergiker teil, die nach dem Essen eines Apfels einer weit verbreiteten Sorte (Golden Delicious) allergische Symptome zeigten. Drei Monate lang aßen die Teilnehmer täglich alte Apfelsorten mit einem hohen Polyphenolgehalt wie Alkmene, Goldparmäne und Roter Boskop. Am Ende der Studie aßen sie wiederum dieselbe "Problemapfelsorte" wie am Anfang. Viele vertrugen den "Problemapfel" jetzt besser und hatten auch in der darauffolgenden Heuschnupfen-Saison weniger Beschwerden. Der Grund hierfür: Wer auf Äpfel allergisch ist, reagiert auch auf Birkenpollen (Stichwort Kreuzallergie), da sich die Allergene stark ähneln.

Quelle: https://www.oekotest.de/

Wer zum Beispiel gegen Birkenpollen allergisch ist, verträgt meist auch bestimmte Äpfel nicht. Der Grund: Das Obst enthält Allergene, die den wichtigsten Allergenen in Birkenpollen ähneln.

Hat der Körper eines Allergikers also bereits Antikörper gegen die Eiweißstoffe der Birkenpollen gebildet, kann er auch allergisch auf die Eiweiße im Apfel reagieren.

Treffen die Eiweiße auf die Abwehrzellen, schütten diese unter anderem Histamine aus - und diese sorgen für die quälenden Körperreaktionen. Ob das Immunsystem auf diese Eiweiße reagiert, können Ärzte in Tests herausfinden und auch Maßnahmen dagegen ergreifen, wie eine Immunisierung mittels Hyposensibilisierung